Winterspass 2020 - Aktionstage des Vereinshaus

Ebenso wie im Sommer und im Herbst gehören die Aktionstage "Winterspass" des Familien-Kinder-Jugend-Zentrums im Vereinshaus mittlerweile zum festen Bestandteil der Veranstaltungen im Jahresablauf. Tatkräftige Unterstützung während der Planung und Durchführung erhielten die Mitarbeiter des "FKJ" Zentrums durch die Schulsozialarbeiterin Silke und Marie-Luise.

19 Kinder trafen sich am Montag, den 10.02. im Vereinshaus um den ersten Tag in Angriff zu nehmen. Nach einer kurzen Vorstellung der Kinder, aber auch der Betreuer, ging es noch einmal auf den Markt, um während einer kurzen Regenpause mit einem Geschicklichkeitsspiel Namen´s "Fröbelturm" - bei dem es weder Gewinner noch Verlierer gibt - den Teamgeist zu stärken. Es ging dabei darum - mit einer Aufhängung, welche wiederum an sternförmig angebrachten Seilen hing, die von den Spielteilnehmern gehalten wurden - Holzklötzer aufzunehmen und übereinander zu stapeln. Das gelang uns an diesem Tag aber nur bis zum zweiten Holzklotz, da der Wind unser Gegenspieler war. Bei wieder einsetzendem Regen beendeten wir das Spiel und gingen zurück in das Vereinshaus. Hier angekommen wurden Gruppen gebildet um an einzelnen Stationen den Vormittag ausklingen zu lassen.

Im Obergeschoss erwartete Silke die Kinder zur "Märchenstunde". Im abgedunkelten Raum konnten sich die Kinder in die eigens für diesen Zweck von Sandra Kristin mitgebrachten Kissen kuscheln. Still und aufmerksam lauschten sie der Stimme von Silke, während im Kamin krachend und knisternd (was wäre eine Märchenstunde ohne Flunkerei) die Holzscheite brannten. Sie erzeugten eine wohlige Wärme und gaben ein schönes Gefühl von Geborgenheit, während draussen die Regentropfen gegen die Fensterscheiben prasselten und der Sturm die Bäume vor dem Haus zauste.
Im Nebenraum hatten die Kinder die Möglichkeit bei Marie-Luise ihr Wissen zu testen. Bei dem allseits beliebten Spiel "Name, Stadt, Land, Fluß ..." konnten sogar schon die Kleinen mithalten. Mit viel Phantasie gab es Erklärungen, die fast schon das Zudrücken beider Augen verlangte, was aber dem Spielspass keinen Abbruch tat.

Im Erdgeschoss wurden Vorbereitungen für das Mittagessen und für den Nachmittag getroffen. Unter der Anleitung von Sandra Kristin konnten die Kinder in der "Pizza-Bäckerei" ihre Wunsch-Pizza belegen. Neben der obligatorischen Tomatensoße und dem geriebenen Käse gab es noch Salami, Schinken, Champignons, Zwiebeln, Thunfisch, Ananas, welche auf die Pizzaböden, die aus selbst zubereitetem Hefeteig bestanden, verteilt werden mußten.
Unter meiner Regie hatten die Kinder noch einmal die Gelegenheit, sich für den Nachmittag mit selber gemachtem frischen Popcorn zu versorgen. Man kann die Prozedur schon hundertmal durchgeführt haben und trotzdem bleibt es immer noch ein Erlebnis - beobachtbar durch den Glasdeckel des Topfes - wenn sich die Maiskörner durch Miniexplosionen in unförmige süsse Flocken verwandeln.

Zum Mittagessen kamen die leckeren selbstgebackenen Pizzen auf den Tisch, die allen vorzüglich schmeckten. Gesättigt konnte die zweite Etappe des Tages angegangen werden. Nach den Umräumarbeiten im Mehrzweckraum startete der Videonachmittag, wobei die Kissenlandschaft auch hier hervorragend ihren Dienst versah. Passend zum Thema vom Vormittag standen Märchenfilme zur Auswahl. Die Wahl der Filme fiel nach demokratischen Aspekten, auch wenn mancher mit der Entscheidung nicht zufrieden war. Unterbrochen wurde der Nachmittag nur zu dem Zweck, um den Kindern eine leckere Portion "Apfel Crumble" zu servieren. Ein Crumble ist ein Obstkuchen ohne Unterboden, gebacken in einer Auflaufform und bedeckt mit Streuseln wie beim Streuselkuchen, der am besten noch lauwarm verzehrt wird. Gegen 16:00 Uhr endete ein anstrengender, aber auch schöner Tag.

Der Dienstag stand ganz im Zeichen von sportlichen Aktivitäten. Pünktlich 10:17 Uhr stiegen wir in den Zug ohne Gleise (Schienenersatzverkehr) um über Görlitz nach Niesky zu fahren. Ziel war das Eisstadion neben dem Waldbad. Zuerst ging es aber in das nicht weit von der Haltestelle entfernte Bürgerhaus um das Mittagessen einzunehmen. Wer zu DDR-Zeiten gern Nudeln mit Tomatensoße gegessen hat und diesen Geschmack vermisst, ist hier bestens aufgehoben.
Frisch gestärkt machten wir uns auf den Weg um nach ca. 50 Metern wieder mit den altbekannten Fragen konfrontiert zu werden. Ist es noch weit? Wie lange müssen wir noch gehen? Sind wir bald da?
Die Eislaufhalle war aber nicht allzuweit entfernt, so dass sich weitere Fragen diesbezüglich erübrigten.

Am Stadion angekommen, wurden schnell die Schlittschuhe ausgeliehen und dann hätte es auch schon mit dem Eislaufen beginnen können. Aber es wartete noch die wahrscheinlich schwerste Aktion des Tages auf die Kinder - das Anziehen der Schlittschuhe. Aufgrund der Steifheit des Materials, aus dem die Schuhe gemacht sind, hatten die Kinder Schwierigkeiten um in die Schuhe zu schlüpfen. Die Kraft der Betreuer reichte aber am Ende, so dass jeder mit seinen Schlittschuhen das Eis betreten konnte.
Für den Einen oder Anderen war es das erste Mal auf Kufen das Eis zu betreten. Die Bande war dann eben für die Anfangsrunden sein treuer Begleiter. Was aber überraschte, waren die Jüngsten aus unserer Gruppe. Stellvertretend seien Melanie, Anja und Anni genannt, die mit einer Souveränität ihre Runden zogen, die selbst den Großen bis hin zu den Betreuern den nötigen Respekt abverlangte.

Am Ende konnten alle über das Eis laufen, ohne ein Hilfsmittel oder die Bande zu benutzen. Mit der Heimfahrt nach Ostritz fand auch dieser tolle Tag ein Ende.
Mit dem Mittwoch folgte der Letzte, der drei Aktionstage. Zusammen mit unserem Kooperationspartner von "KuBiMobil" stand die "Entdeckertour" auf dem Programm. Pünktlich 09:30 Uhr fuhren wir mit dem Bus nach Herrnhut. Vor der Sterne-Manufaktur angekommen, wurden wir bereits vom hiesigen Förster, Herr Clemens, in Empfang genommen. Nach einer kurzen Begrüßung begann auch schon eine Führung durch den angrenzenden Wald. Am Anfang wies uns Herr Clemens immer wieder auf Pflanzen hin, die eigentlich noch Winterruhe halten müßten, aber bereits mit dem Neuaustrieb begonnen haben. Immer wieder gab es kleine Details zu bestaunen, die dem nicht so aufmerksamen Auge entgangen wären.

So erfuhren wir etwas über den Gesamtzustand des Waldes, die Schäden, angerichtet vom Borkenkäfer, aber auch wieviel Holz und Energie notwendig sind um 1 Kilogramm Papier herzustellen. Abgesehen vom Wind, der auch an diesem Tag unser treuer Begleiter war, kann man so eine Waldführung nur weiter empfehlen.
Zurück aus dem Wald ging es zum Mittagessen in die Sterne-Manufaktur. Hier erwartete uns ein leckeres Mahl und danach ein kurzer Einblick in die Schauwerkstatt.
Dann hieß es noch einmal Jacken anziehen, denn auf dem Programm stand ein Besuch der Kirche in Herrnhut. Hier wurden wir bereits von der Pfarrerin Erdmute D. Frank erwartet. Sie erläuterte uns an Hand von Personen die Gründung von Herrnhut und der Brüderunität. Kostbare Gemälde - gemalt von Johann Valentin Haidt - veranschaulichten das Vorgetragene.

Nach dem Besuch des Kirchsaals, in dem momentan Restaurationsarbeiten durchgeführt werden, machten wir uns auf den Rückweg zur Sterne-Manufaktur.
Hier konnten die Kinder ihr Geschick beim Basteln eines Herrnhuter Weihnachtssterns unter Beweis stellen. Zuerst wurde der Grundstein für einen großen Weihnachtsstern gelegt, indem jeder das Papier für einen Zacken mit eigenen Motiven verzieren konnte. Den weiteren Werdegang erledigte das anwesende Personal unter den aufmerksamen Augen der Kinder. Der so gebastelte Stern wird seinen Platz im Vereinshaus erhalten. Danach hatte jeder die Gelegenheit, einen kleinen Stern für Daheim zu basteln und so vielleicht zur Ausschmückung des nächsten Weihnachtsfestes beizutragen.
Nach getaner Arbeit konnten sich die Kinder noch auf dem In-Door Spielplatz der Sterne-Manufaktur austoben.

Klein, aber Fein, kann man zu diesem Spielplatz sagen, wenn man ihn beschreiben müßte. Labyrinthartige Gänge sorgten für ein kurzweiliges Spiel. Je länger gespielt wurde, umso näher kam der Zeitpunkt des Aufbruches und das Ende der Aktionstage.
Bevor es jedoch soweit war, gab es noch eine kleine Auswertungsrunde, verbunden mit Vorschlägen, welche Aktionen bei den nächsten Ferienangeboten stattfinden könnten.
16:30 Uhr stand der Bus für die Heimfahrt bereit und bereits 17:00 Uhr hieß es, ein erstes Resümee zu ziehen.
Wir möchten uns bei allen bedanken, die zum Gelingen der Aktionstage beigetragen haben. Stellvertretend seien genannt: der freundliche Busfahrer, der uns sicher nach Herrnhut und zurück transportierte, dem Förster Herr Clemens für eine unvergessliche Waldführung, der Pfarrerin Erdmute D. Frank für eine kurzweilige und informative Stunde in der Kirche zu Herrnhut, dem freundlichen Personal der Sterne-Manufaktur, die mit viel Engagement und Ausdauer dazu beitrugen, dass auch die Kleinsten einen selbstgebastelten Weihnachtsstern nach Hause mitnehmen konnten.
Ein besonderer Dank geht an unseren Kooperationspartner von "KuBiMobil", von dem wir nun bereits zum zweiten Mal Unterstützung erhielten und wir hoffen auf eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit.