Vereinshaus Ferienwoche 2020

Ferientage im Vereinshaus

Vom 10. - 14. August fand diesmal die "Vereinshaus-Ferienwoche" statt. Bereits im Februar war die Planung der einzelnen Tage abgeschlossen, doch dann betrat ein kleiner Virus namens Corona auch hier bei uns die Bühne des Lebens und mit Ihm die Möglichkeit, dass ganze Projekt nicht stattfinden zu lassen.
Immer wieder mußte auf veränderte Regelungen bzw. Hygienekonzepte reagiert werden, sodass auch einige unserer Kooperationspartner die mit Ihnen geplanten Veranstaltungen absagen mußten.
Hier schon mal ein kleiner Dank an den Kletterpark Großschönau, sowie das IBZ, welches uns kurzfristig das grüne Klassenzimmer - auch genannt "Im Ginster" - zur Verfügung stellte.

Am Montag starteten wir in die wahrscheinlich heißestes Woche des Jahres und trafen uns am Brunnen auf den Klostergelände. Unter den 16 Kindern befanden sich viele bekannte Gesichter, aber auch Teilnehmer, die das erste - und sicherlich nicht das letzte Mal -, an der Ferienwoche dabei waren. Durch die Zusammenarbeit mit unseren Schulsozialarbeiterin Silke und Marie-Luise ergab es sich, dass auch 5 Kinder aus Bernstadt während der Woche teilnehmen konnten.
Nach Feststellung der Vollzähligkeit begab sich der Troß in Richtung Klosterschenke, um durch das Haseldorf den Aufstieg zum "Grünen Klassenzimmer" anzugehen. Nach Überquerung der B99, war man auch schon fast am Ziel. Endlich angekommen starteten wir - nachdem die Rucksäcke abgelegt waren - mit der offiziellen Begrü­ßungsrunde, wo sich jeder in 2 - 3 Sätzen vorstellte.

Dann endlich konnte das Gelände inspiziert werden, bis zum nächsten Wäldchen war es nicht weit und so war man schon wieder beim Lieblingsthema des ersten Tages "Bude bauen". Aber auch im "Basislager" gab es genügend zu entdecken. Von Hand gesetzte Natursteinmauern grenzten das terassenförmige Gelände ein. Ein Teil der Steine war dazu benutzt worden, um einer früher vielleicht sprudelnden Quelle den Weg in kleine Tümpel bzw. Bassins zu bahnen. Wer Glück hatte, konnte auch die eine oder andere Eidechse sehen, die aber sobald sie sich beobachtet fühlte, in den Felsspalten verschwand.
Schnell verging die Zeit und das Mittagessen stand bevor. Es gab Gegrilltes mit einem bunten Salat - in der Wärme des Tages noch erträglich. Dann hieß es auch schon, sich vorzubereiten auf das eigentliche Event des Tages. Wir hatten uns dazu Herrn Sebastian Rikl eingeladen, der uns in der Kunst des Bogenschießens unterrich­ten sollte. Alle waren mit großem Eifer bei der Sache und versuchten sich mit jedem Durchgang zu verbessern. Der goldene Schuss in die Mitte der Zielscheibe - gleichzusetzen mit der höchsten Punktzahl - gelang diesmal einem der Jüngsten. Devin hieß der Glückliche, der gleich mit einem der ersten Pfeile das Kunststück fertigbrachte und von keinem Anderen übertroffen wurde.
Nach dem Bogenschießen hieß es dann schon wieder aufräumen, zusammenpacken und den Rückweg zum Kloster antreten, wo die Kinder bereits von ihren Eltern erwartet wurden.

Dienstagmorgen bestiegen wir pünktlich 08:36 Uhr den Zug nach Zittau, um dann 09:07 die Weiterfahrt nach Dresden anzutreten. Nach 90 Minuten Fahrtzeit kamen wir auf dem Hauptbahnhof an, um daraufhin das Gebäude auf dem schnellsten Weg zu verlassen. Vor dem Bahnhof konnten dann endlich die Schutzmasken abgesetzt werden und wir machten uns auf den Weg zum Zoo.
Nach 15 Minuten Fussmarsch kamen wir an der Kasse des Zoologischen Gartens an, welcher immer noch mit moderaten Eintrittspreisen aufwartet. Im Zoo selber gab es noch eine Belehrungsrunde, bevor wir uns den Parkbewohnern präsentieren konnten. Der Euphorie folgte Ernüchterung. Keines der Tiere zeigte irgendwelches Interesse an unserem Anblick. Den Anfang machten die Elefanten, die gelangweilt in der Ecke standen - nicht einer erinnerte sich an unseren Besuch vor 18 Monaten - und dabei sagt man, Elefanten hätten ein gutes Gedächtnis.

Weiter ging es zu den Löwen, die auf einem Felsen lagen, uns den Rücken bzw. die kalte Schulter zugewandt. Dasselbe bei den Geparden, nicht einmal ein winzigstes Anzeichen von einem tropfenden Zahn, als Zeichen dafür, ein animalisches Interesse an uns zu haben. Koalas saßen in ihrer Astgabel und schauten sich lieber stundenlang den Stamm an, nur um nicht einmal Blickkontakt mit ihren Besuchern aufnehmen zu müssen. Und als dann auch noch ein Pfau vorbeilief, der absolut keine Notiz von uns nahm, war allen klar, dass wir als Attraktion im Zoo keine Chance haben würden.
Für die ganz Niedergeschlagenen gab es dann noch die Möglichkeit der käuflichen Aufmerksamkeit. Am Streichelzoo gab es zu diesem Zweck eine Futterbox und die Tiere standen förmlich Schlange um dem Spender aus der Hand zu fressen, während ihr Blick sagte: Je mehr du mir gibst, umso lieber hab ich dich.

Bei soviel Desinteresse von Seitens der Tiere an uns machten wir erst einmal Stop am Pinguin-Café, um den Körper mit Pommes bzw. Nudeln und Krakenwurst zu stärken. Kaum waren wir versorgt bekamen die Pinguine nebenan ihre Ration, was durchaus sehenswert ist, wenn die kleinen Frackträger auf dem Weg zur Nahrung durch das Wasser schiessen.
Bevor wir den Zoo verlassen und den Tag ausklingen lassen, muss unbedingt erwähnt werden, dass der Tag nicht so trüb und langweilig verlief, wie oben geschildert. Nein, es gab sie, die Tiere, die durch Aktivitäten auffielen. Seien es die putzigen Erdhörn­chen die minutenlang aufrecht sitzend auf einen bestimmten Punkt starren konnten, um kurz darauf - platt wie ein Spiegelei in der Pfanne, alle Viere von sich gestreckt - auf dem Boden zu liegen. Die Zebramangusten, die untereinander soviel miteinander zu tun hatten, dass sie gar nicht mitbekamen, wenn ein Besucher am Gehegerand stand.

Der große Schwarm rosa Pelikane - oder waren es doch Flammingos - die auf ihren hohen Beinen durch die Lagune stakten. Bis hin zu den Orang-Utans, die im Freige­hege unter der Regie des Alphamännchens eine Show boten - wobei Männchen sehr verniedlichend klingt.
Mit dem unguten Gefühl, wieder nicht alles gesehen zu haben, verließen wir 15:30 Uhr den Zoo um die Heimfahrt anzutreten. 18:36 Uhr ging mit der Ankunft in Ostritz ein weiterer schöner Ferientag zu Ende.

Mit dem Mittwoch sollte für viele der anstrengenste Tag absolviert werden. Pünktlich 08:00 Uhr wurden wir bereits von unserem heutigen Busfahrer nebst Bus vor dem Vereinshaus erwartet. Unser Dank geht hier schon einmal an die Inititive von KuBi­Mobil, die mittlerweile ein treuer Begleiter und Sponsor des Vereinshaus sind, wenn es darum geht eine Reise von A nach B in Verbindung mit einem Bildungsangebot anzubieten.
Das Bildungsangebot des Tages war eine geführte Wanderung durch die Mühlstein­brüche bei Jonsdorf im Zittauer Gebirge. Kurz vor 09:00 Uhr trafen wir auf dem Parkplatz vom Waldtheater Jonsdorf ein und wurden bereits von unserem Wanderfüh­rer, Herrn Lorenz vom Gebirgsverein 1880, erwartet. Während die Nonnenfelsen aus der Ferne grüßten, stellte sich Herr Lorenz kurz vor und gab einen Ausblick auf das, was während der Wanderung zu erwarten ist.

Eine kleine Aufgabe gab Herr Lorenz jeden mit auf den Weg - wer wollte konnte nebenbei die Stufen zählen, die an diesem Tag bewältigt wurden.
Nach einer kurzen Wegstrecke - vorbei am Bauerngarten wo ein Großteil der heimi­schen Flora angepflanzt ist und gerade am Blühen war - kamen wir am Vereinsheim an. Hier erklärte uns Herr Lorenz an Beispielen, welche unterschiedlichen Gesteins­arten im Zittauer Gebirge vorkommen und wie und wann sie entstanden sind.
Mit dem "Grundwissen" ausgerüstet ging es dann im flotten Tempo zum Steinbruch Nummer 1, wobei wir hier schon den ersten anspruchsvollen Stufen begegneten. Froh die erste Etappe geschafft zu haben lauschten wir im ersten Steinbruch (Bärloch) den Erläuterungen von Herrn Lorenz bzw. nutzten die Zeit um die ersten Wehwehchen zu verarzten - Wanderung und neue Schuhe passen einfach nicht zusammen.

Schon der Name "Mühlsteinbrüche" deutet darauf hin, für was das Material welches abgebaut wurde, von Nutzen war. Aus den herausgebrochenen Quadern wurden Mühlsteine hergestellt, die von so guter Qualität waren, dass sie in ganz Europa Absatz fanden. Einige der letzten Mühlsteine traten sogar die Reise nach Argentinien an. Einer der größten Abnehmer war bis zur Oktoberrevolution Russland, welches aber danach auf eigene Rohstoffe zurückgriff.
Die fortschreitende Industriealisierung und der Einsatz von Walzen besiegelten 1917 das Ende der Mühlsteinbrüche.
Immer wieder gab es Felsgebilde zu sehen die schon etwas Ähnlichkeit mit ihrem Namen hatten - vorausgesetzt der Blickwinkel stimmte. So ging es weiter, vorbei an den "Drei Tischen", der "Mausefalle", kamen wir zum zweiten und dritten Steinbruch ("Weißer Felsen" und "Kellerbergbruch").

Nach einem kurzen Aufenthalt an und in der Schmiede ging es dann zum letzten Steinbruch - dem "Schwarzen Loch". Der Zutritt ist nur während einer geführten Wanderung möglich und geschieht durch einen impossanten Stollen. Hier nutzten wir die Zeit um das Mittagsmahl einzunehmen, während majestätische Felswände unsere stummen Zeugen waren. Nach verlassen des Steinbruchs hatten wir noch einmal die Möglichkeit von halber Höhe einen Blick nach unten zu werfen, welcher uns doch mit Ehrfurcht erfüllte, angesichts der Leistung die in über 350 Jahren hier abgeliefert wurde.
Auf unserem Weg zurück passierten wir noch die Felsformationen "Bernhardiner und Nashorn", "Löwe", "Teekanne" sowie die "Orgelpfeifensteine" von wo man einen herrlichen Blick auf das Umland sowie die "Henningsäule" hat.
Letzter Anlaufpunkt war der Falkenstein, ein bizarres Felsgebilde, wo wir uns von Herrn Lorenz verabschiedeten und ihm für die interessante und informative Wande­rung dankten. Schon im weggehen, kam sie dann doch noch, die Frage nach der Anzahl der bewältigten Stufen. Keiner hatte die genaue Zahl, aber wer über 800 gezählt hat, kam der Antwort recht nah, so unser Wanderführer.
Wir gingen nun auf dem Grenzweg bergauf, bergab vorbei am Lauschemoor zur Rübezahlbaude um nach einer kurzen Rast den Aufstieg zur Lausche anzugehen.
HALT!!! STOP!!! Genug ist Genug!!!
Auch der zweite Besuch im Zittauer Gebirge sollte uns nicht als Lauschebezwinger sehen. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
So ging es zur Bushaltestelle, wo alsbald die Rückfahrt mit "Unserem" Bus angetre­ten werden konnte.

Auch am Donnerstag war die Sonne unser stetiger Begleiter. Das geplante Event "Schlauchbootfahrt" auf der Neisse mußte leider wegen Niedrigwasser abgesagt werden. Glücklicherweise fanden wir mit dem Kletterpark in Großschönau eine ebenbürtige Alternative. 09:38 Uhr bestiegen wir den Zug nach Zittau um kurz nach unserer Ankunft mit dem Bus bis vor den Trixi-Park zu fahren. Zirka 500 Meter waren es noch bis zum Ziel. Hier wurden wir nach Alter in verschiedene Gruppen eingeteilt und mit der Kletterschutzausrüstung ausgestattet.
Anschließend gab es noch eine ausführliche Belehrung und Einweisung, wodurch uns doch viel Zeit verloren ging, aber das muß man eben beim nächsten Mal mit einrech­nen.
Dann konnte es endlich losgehen, unterschiedliche Farbmarkierungen kennzeichneten den Schwierigkeitsgrad, so dass für jeden etwas dabei war. Aufgrund der Sicherheits­bestimmungen und der Schutzmechanismen der Kletterausrüstung konnte nichts passieren.
Gegen 13:00 Uhr traf Luise mit dem Mittagessen ein. Es gab leckere Nudeln mit Wurst und Tomatensoße. Wer sich beeilte hatte noch einmal die Chance einen Parcour abzu­schließen, aber die Zeiger der Uhr rannten erbarmungslos in Richtung Aufbruch zur Heimfahrt.
15:36 Uhr trafen wir wieder in Ostritz ein und waren um ein Erlebnis reicher.

Mit dem Freitag sollte der letzte Tag der Ferienwoche angegangen werden. Ziel war die Kulturinsel Einsiedel bei Zehntendorf. Mit Zug und Bus erreichten wir das Ziel um kurz darauf das Gelände zu betreten. Nach einer kurzen Belehrung hieß es dann "Leinen los" und die Kiddies waren verschwunden. Immer wieder gab es etwas zu entdecken und erkunden, da auch immer wieder Neues entsteht. Hauptanziehungs­punkt war aber an diesem Tag das Zauberschloss mit seinen labyrinthartigen Gängen und unterirdischen Stollen nebst seinen Schreckgespenstern und Spukgeistern.
Am frühen Nachmittag fing es dann doch an zu regnen, vielleicht als kleines Zeichen gedacht, dass es bald Zeit ist, Abschied zu nehmen. Aber wir wollen jetzt nicht senti­mental werden, in den Herbstferien ist die nächste Aktion geplant.
Die Meisten ließen sich aber von dem Regen nicht beeindrucken und gingen weiter auf Entdeckertour. Mit dem nachlassenden Niederschlag ging auch die Zeit unseres Aufenthaltes zu Ende. Kurz nach 16:00 Uhr bestiegen wir den Bus nach Görlitz - keine Minute zu spät, denn kaum hatten wir Platz genommen gingen draußen wolkenbruchartige Niederschläge zu Boden.
17:36 Uhr, mit Ankunft in Ostritz, ging für Alle eine schöne und ereignisreiche Woche zu Ende.

Bedanken möchten wir uns bei Allen die direkt oder indirekt dazu beigetragen, dass diese Ferienwoche wieder ein voller Erfolg wurde. Stellvertretend seien genannt: Das IBZ, Herr Sebastian Rikl, die Mannschaft vom Bauhof, den Mitarbeitern vom Dresd­ner Zoo, insbesonders die freundliche Essensverkäuferin, die einfach eine halbe Schippe Pommes nachlegte, als sie hörte wie groß der Hunger sei, der Initiative von KuBiMobil, dem freundlichen Busfahrer, der uns sicher nach Jonsdorf und zurück beförderte, Herrn Lorenz für eine tolle Wanderung durch die Mühlsteinbrüche, dem Team vom Kletterpark in Großschönau sowie dem Team von der Kulturinsel Einsie­del.
Ein großer Dank geht aber auch an Silke und Marie-Luise - den beiden Schulsozialar­beiterin - sowie Silke´s Lebensgefährte Manuel, als auch an die Mitarbeiter des Vereinshauses, die schon zu früher Morgenstunde mitgeholfen haben, die Essenver­sorgung für den Tag vorzubereiten.
Unser Dank gilt aber auch denen, die sich bereit erklärt hatten, uns zu unterstützen, dann aber aufgrund widriger Umstände - wofür sie nichts konnten - absagen mußten.
Ein Ausblick auf die Herbstwoche ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.