Vereinshaus Ferienwoche vom 12.08. - 16.08. 2019

Nicht wie gewohnt, in der fünften, sondern erst in der sechsten Ferienwoche, fand vom 12.08. - 16.08. die Vereinshaus Ferienwoche statt. Grund dafür waren terminliche Engpässe unserer Kooperationspartner bei der Ausgestaltung.
Der Montag wurde traditionell mit dem Waldtag gestartet und stand unter dem Motto „Leben wie Robin Hood“. Treffpunkt war 09:30 Uhr am Dreifaltigkeitsbrunnen auf dem Gelände des Klosters St. Marienthal. Viele neue Gesichter waren unter den Kindern zu entdecken, aber auch Altbekannte, für die diese Ferienwoche immer noch ein Event ist.

Gemeinsam ging es in das Neißetal, um dann über den Natur-Lehrpfad die Höhenlagen des Bergfrieden zu erklimmen. Dabei führte der Weg an einzelnen Stationen vorbei, wo den Kindern viel Wissenswertes vermittelt wurde. An der kleinen Jagdhütte (ehem. Klaus-Gärtnerei) wurde unser Basislager aufgeschlagen. Nachdem alles Notwendige verstaut bzw. aufgebaut war, gab es für die Kinder kein Halten mehr. „Von der Leine gelassen“ verschwanden sie zum „Bude bauen“ im Wald. Mit viel Mühe gelang es, die Kinder zum Mittagessen aus dem Wald zu locken – es gab leckere Gulaschsuppe.

Nach dem Essen gesellte sich Herr Sebastian Rikl zu unserer Runde. Er hatte zwei Bögen, Pfeile und eine Zielscheibe im Gepäck. Seine Aufgabe war es, den Kindern den Umgang mit Pfeil und Bogen näher- bzw. beizubringen. Am Anfang traf noch nicht jeder Pfeil die Scheibe, aber mit zunehmender Praxis zeigte sich bei 3 – 4 Schützen eine Veranlagung, die den Zufallstreffer ausschließen sollte. Der gelbe Zielkreis (höchste Punktzahl) wurde mehrfach getroffen.
Das einzig negative an diesem Nachmittag war das Wetter. Es regnet während des Bogenschießens die ganze Zeit, so dass wir uns entschlossen, die Ermittlung des Schützenkönigs auszulassen.
So schön dieser Tag auch war – mal abgesehen vom Wetter – ist ein Leben als Robin Hood nicht das Erstrebenswerteste.

Der Dienstag sah einen Kinobesuch vor. Die Schwerpunkte lagen jedoch vor und nach dem Film auf der Radtour. Nach einer kurzen Einweisung am Morgen, dem Verteilen von Proviant und der Warnwesten ging es mit dem Rad vom Vereinshaus in Richtung Kloster St. Marienthal. Mit der Ersteigung des Stationsberges wurde der größte Höhenunterschied auf dieser Strecke überwunden.
An der Pflanzenkläranlage wurden wir bereits von Marie Luise mit Getränken erwartet. Die kurze Rast tat allen gut. Frisch gestärkt ging die Reise nach Überquerung der B 99 auf der Dittersbächer Straße weiter. Es muß vielleicht kurz erwähnt werden, daß die Gruppe – abgesehen von den Betreuern – aus Kindern im Alter von 7 – 13 Jahren bestand und somit der langsamste das Tempo vorgab.

Auf unserer Fahrt nach Dittersbach wurden immer wieder kurze Pausen eingelegt. Zwischen Dittersbach und Neundorf, am kleinen Rückhaltebecken, wurde die Mittagspause eingelegt. Zur verabredeten Zeit brachte uns Marie Luise Nudeln, Käse, Tomatensoße und gebratene Wurst sowie noch etwas zum Nachtisch und Getränke. Nach dem Essen wurde der letzte Abschnitt der Hinfahrt in Angriff genommen. Eine stetig leichte Steigung und böiger Gegenwind machten uns bis zum erreichen des Waldrandes das Vorwärtskommen schwer. Als Belohnung folgte die Abfahrt auf der Burkersdorfer Strasse hinein nach Neundorf. Über den Heuscheuner Weg war es nur noch ein Katzensprung bis hinein nach Großhennersdorf. Hier im Kulturcafe „Alte Bäckerei“ bekamen wir den Film „Oddball – Retter der Pinguine“ zu sehen.

Nach Beendigung des Filmes und nachdem feststand das auch die Kleinsten die Heimfahrt per Fahrrad antreten wollten, mußte trotzdem noch eine Zwangspause eingelegt werden – ein kurzer Regenschauer sorgte für die Verzögerung. Dann aber ging es im strammen Tempo durch Großhennersdorf hindurch über Neundorf nach Dittersbach um danach am Knorrberg vorbei die Abfahrt zum Abzweig Feldleuba anzutreten. Mit 20 minütiger Verspätung konnten die bereits wartenden Eltern bei einsetzendem Regen ihre Kinder wohlbehalten in Empfang nehmen.
Die Eltern der teilgenommenen Kinder können stolz auf ihre Sprößlinge sein, denn am Ende des Tages hatte jeder ca. 30 km auf dem Fahrrad absolviert und bis zum Ziel durchgehalten. Insgesamt wollen wir hoffen, daß Artikel über solche Aktionen, weiterhin so unspektakulär bleiben wie dieser – es gab keine Stürze und keine Pannen.

Der Mittwoch begann für alle Teilnehmer früher als gewöhnlich. Um 08:25 Uhr trafen wir uns am Bahnhof um mit der Bahn nach Zittau zu fahren. Nach einem kurzen Aufenthalt ging die Fahrt mit der Trilex Bahn weiter nach Liberec, wo wir 09:55 Uhr ankamen. Unser Tagesziel war der Zoo von Liberec. Zirka 2,5 km Fußmarsch lagen nun vor uns, die sich aber am Ende als länger erwiesen, da umfangreiche Straßenbauarbeiten umgangen werden mußten. Nach den ersten 200 Metern kamen die ersten Fragen, die nur ein Thema kannten. „Sind wir bald da? Wie weit ist es noch? Wie lange müssen wir noch gehen?“ usw. Während der Beantwortung überquerten wir die Neisse, gingen am Rathaus und diversen Museen vorbei und erreichten schließlich unser Ziel.

Bevor es jedoch in den Zoo ging wurde in einer Pizzaria neben dem Tennisplatz zu Mittag gegessen. Jeder konnte so viel und von dem essen, was ihm schmeckte – auch an Vegetarier war gedacht. Im Anschluß ging es dann in den Zoo, wo die Zeit leider nicht ausreichte um alles anzusehen – zumindest aus Sicht der Betreuer. Für die Größe des Zoo´s hat Selbiger viel zu bieten.
Elefanten, weiße Tiger, Giraffen, Löwen, Robben als Besuchermagneten sollen stellvertretend für die Artenvielfalt genannt werden. Aber auch eine große Auswahl an Affen, Zier- und Raubvögeln, sowie weiteren Raubtieren, Säugetieren, Reptilien und Amphibien ist zu bestaunen.
Per Stadtbus ging es zurück in das Stadtzentrum von Liberec, wo dann doch noch Zeit für ein Eis war. Nach einer unspektakulären Heimfahrt kamen wir 16:20 Uhr in Ostritz an.

Der Donnerstag sollte für die Teilnehmer der längste Tag der Woche werden und begann um 10:00 Uhr im Mewa-Bad. Ruck-Zuck hatten sich die Kinder der Straßenkleidung entledigt, die Badesachen angezogen und waren bereit für die Begegnung mit dem Wasser. Bei Spiel und Spass verging der Vormittag wie im Fluge, bevor es dann zu Mittag selber gemachte Burger gab, die allen vorzüglich schmeckten.
Den Nachmittag verbrachten wir wieder bei der kleinen Jagdhütte auf dem Bergfrieden. Während die Jungens sich wieder ihrer „Bude“ zuwandten, bastelten die Mädchen unter Anleitung von Sandra Kristin eine Sonnenuhr. Als die Abendbrotzeit heran war, konnte sich jeder an einem selbst zugeschnittenen Spieß eine Wurst über der Glut des Lagerfeuers grillen.

Gegen 20:00 Uhr startete die Letzte Aktion des Tages. Bei angehender Dämmerung machten wir uns auf den Weg zur Nachtwanderung. Es ging den Siegfriedsweg weiter hinein in das Neißetal, wo die Kinder immer wieder etwas suchen mußten. Sie erfuhren etwas über das Sprungfederngespenst, welches sein Unwesen in der Gegend um den Gedenkstein für das Siegfriedsdorf treibt. Von den guten Irrlichtern, die Nachts um den Siegfriedsbrunnen erscheinen und den gut Gesinnten ein kleines Geschenk überlassen – auch wir fanden etwas. So ging es bei zunehmender Dunkelheit immer weiter bis zur „Werwolfkreuzung“. Hier fanden die Kinder eine Anleitung aus dem Mittelalter, wie man feststellen konnte, ob man Werwolfblut in sich hat oder nicht.

Schnell hatte man sich auf der Kreuzung im Kreis aufgestellt, bei den Händen gefaßt, um dann mit erhobenem Kopf, den leider wegen bedecktem Himmel nicht sichtbaren Vollmond, anzuheulen. Keiner der im Kreis stehenden zeigte Anzeichen einer Veränderung. Plötzlich brach das Heulen ab und alle Blicke wandten sich zu dem Weg auf dem wir gekommen waren. Am Wegrand löste sich ein Schatten aus den Sträuchern und näherte sich uns langsam aber bestimmt. Die Dunkelheit lies uns näher zusammenrücken. Schnell wurde durchgezählt ob alle Kinder noch da waren. Entsetzt wurde festgestellt, dass ein Kind fehlte. Aus dem näherkommenden Schatten wurde mehr und mehr eine Figur, die, je näher sie kam, immer grauenerregender anzusehen war. Aus dem zottigen Fell, welches den Kopf des Wesen umgab, blitzten feurige Augen.

Aus dem Maul, gespickt mit bluttriefenden Reisszähnen, kamen fürchterlich heulende Töne, die Schlimmstes befürchten ließen.
Je näher das Wesen kam, konnte man aber auch erkennen, dass es kein ausgewachsener Werwolf war, sondern noch ein „Werwölfchen“, was den Mut von Sandra Kristin anspornte. Geschickt schlich Sie sich von hinten an den angehenden Werwolf heran und drückte ihm den Silberanhänger, welchen Sie an einer Kette bei sich trug, in das Genick. Ganz schnell war der Spuk vorbei und vor uns stand der kleine „ …“. Nach dem aufregendem Erlebnis ging es zurück zum Kloster St. Marienthal wo der Tag endete.
Übrigens, welches der Kinder Werwolfblut in sich trägt, wird zum Schutz des Kindes nicht verraten.

Mit dem Freitag fand die Woche ihren Abschluß. Guten Mutes ging es durch das Neißetal nach Rosenthal. Sieben Kilometer Fuß- bzw. Radweg wurden bewältigt, nur unterbrochen vom bereits bekannten Frage- und Antwortspiel. Pünktlich zum Mittagessen trafen wir bei der Fleischerei Engemann ein. Es gab Bratkartoffeln mit Rührei und Gurkensalat. Dann hieß es auch schon bereitmachen für die letzte Aktion der Ferienwoche – die Rückfahrt mit dem Schlauchboot auf der Neiße. Die Boote lagen bereit, Schwimmwesten waren angezogen, Paddel griffbereit und dann? Dann öffnete der Himmel seine Schleusen. Eine ernsthafte Diskussion begann – Wie lange könnte der Schauer dauern? Wie lange können wir warten? Sollte man die Bootstour erst gar nicht starten?
Eine richtige Einigung kam nicht zustande.
Wiederkehrender blauer Himmel, schnell nachlassender Regen, leuchtende Kinderaugen nahmen uns die Entscheidung ab. Nach dem Motto „Augen zu und durch“ bestiegen die vorher festgelegten Gruppen die Boote und legten vom Ufer ab. Wir waren noch keine 100 Meter gefahren als der erste Graureiher am Ufer zu sehen war. Immer wieder schwirrten türkisfarbene Punkte in Ufernähe über die Wasseroberfläche. Es handelte sich dabei um Eisvögel, die im Neißetal noch relativ oft vorkommen. So ging die Fahrt dahin, nur unterbrochen wenn das Boot wegen einer Untiefe verlassen werden mußte. Kurz vor dem Ziel erwischte uns doch noch einmal ein Wolkenbruchartiger Regenschauer, der uns nicht einmal die Zeit ließ, am Ufer Schutz zu suchen.

Am Ende waren alle froh, wohlbehalten am Ufer anzulegen. Eine schöne erlebnisreiche, aufregende aber auch anstrengende Woche ging damit zu Ende.
Bedanken möchten wir uns bei Allen, die zum Gelingen der 5 Tage beigetragen haben. Stellvertretend seien genannt: Herr Jansen – der Förster - für die Bereitstellung der Forsthütte und die Ermöglichung zur Waldnutzung, Herr Rikl beim Bogenschießen, Marie Luise Fabisch die immer zur Stelle war, wenn Essen oder Getränke gebraucht wurden, Georg & Georg von den Salditt´s in ihrer Funktion als Bademeister, aber auch den Eltern und Großeltern, die ihre Kinder zu den vereinbarten Treffpunkten gebracht haben.
Liebe Eltern, jetzt noch ein Wort in eigener Sache. Das Vereinshaus führt diese Ferienaktionen dreimal im Jahr durch. Leider sind auch uns finanzielle Grenzen gesetzt. Um diese Aktionen weiterhin in der gewohnten Qualität und mit abwechselnden Angeboten durchführen zu können, sehen wir uns gezwungen den Tagessatz ab den Natur-Erlebnistagen im Herbst ein wenig zu erhöhen. Wir bitten um Ihr Verständnis.