Deutsch - Polnische Ferienwoche 2018

Am Montag dem 23. Juli war es endlich soweit. 20 Kinder und 5 Betreuer starteten ein Projekt, welches bereits seit dem Frühjahr geplant wurde. Polnische und deutsche Kinder verbrachten zusammen eine Ferienwoche – inklusive Übernachtung, im IBZ Marienthal.

Nach der Anreise am Montag erfolgte die Zuteilung der Zimmer, sowie eine kurze Einweisung zu den Benimmregeln, die doch aufgrund der Nähe zum Kloster etwas strenger sind, aber auch ihre Berechtigung haben.
Bei Spiel und Spass – verbunden mit der Vorstellung der einzelnen Teilnehmer bzw. Betreuer – verging die Zeit bis zum leckeren Mittagessen wie im Flug.
Am Nachmittag starteten wir dann zu einer kleinen Schnitzeljagd, an deren Ziel eine Überraschung auf die Kinder wartete. Kleine versteckte Karten – in deutsch und polnisch – wiesen uns immer wieder den Weg in Richtung Stationsberg. Kurz vor dem Ziel wurden wir mit einem wunderschönen Ausblick über das Neissetal belohnt.

Nun galt es aber noch das eigentliche Endziel mit der Überraschung zu finden. Nach dem Auffinden der letzten Hinweise war es dann ein leichtes, den Karton mit der Belohnung zu finden. Für jedes Kind war eine Sonnenbrille darin, welche wahrscheinlich das meist genutzte Utensil der Woche war.
Froh gelaunt ging es zurück zur Unterkunft um sich mit Badesachen auszurüsten, denn ein Besuch des MEWA-Bades stand nun auf dem Programm. Schnell wurden die Fahrräder startklar gemacht und schon ging es los. Auch hier verging die Zeit bei Spiel und Spass bzw. einfachem Relaxen sehr schnell.
Für das nun folgende Abendbrot waren wir zum Teil selbst zuständig, da leckere Würstchen gegrillt wurden.
Nach dieser Stärkung wartete der letzte Programmpunkt des Tages bzw. der Nacht auf unsere Teilnahme. Gegen 20:30 Uhr starteten wir zu einer Nachtwanderung, obwohl es noch fast hell war, was sich aber mit erreichen des Waldes schlagartig änderte.

Die Dämmerung nahm immer schneller zu und als der Naturlehrpfad im Neissetal erreicht wurde, kamen bereits die Taschenlampen zum Einsatz. Ziel war die kleine Jagdhütte auf dem Gelände der ehemaligen Klaus-Gärtnerei.
Von hier aus übernahm die Strecke wieder den Charakter einer Schnitzeljagd. Kleine Hinweise – gespickt mit schaurigen Anmerkungen, aber auch mit Hintergrundinformationen versehen – leiteten uns durch die Nacht. Vorbei an der Siegfriedskapelle ging es dann zum Siegfriedsbrunnen, wo wieder ein Schatz gefunden werden mußte. Unter großen Anstrengungen konnte der Schatz ausfindig und geborgen werden – er hing direkt im Brunnen. Der Schatz selbst bestand aus einem Basecap für jedes Kind.
Zurück auf dem Siegfriedsweg ging es jetzt noch ca. 500 Meter in das Neissetal hinein bis wir an eine Kreuzung kamen. Die Hinweiskarten, welche hier gefunden wurden, forderten uns zu einem Test für "Große und kleine Werwölfe" auf. Die Bedingungen waren fast ideal – wir standen auf einer Kreuzung und über uns leuchtete ein herrlicher (Fast)-Vollmond. Daraufhin stellten sich alle im Kreis auf, fassten sich gegenseitig an die Hände, schauten zum Mond und fingen an zu heulen.
Schaurig klang das Heulen durch die Nacht.
Zum Glück zeigte keiner die Symptome einer Verwandlung, so daß wir uns nun auf den Heimweg machen konnten. Mit Erreichen unserer Unterkunft wurde alsbald die Nachtruhe ausgerufen, nur in der Ferne vernahm man das wahrscheinliche Heulen eines Wolfes – oder war es doch etwas anderes?

Ziel des 2. Tages war der Abenteuerspielplatz "Kulturinsel Einsiedel" in Zehntendorf. Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir mit den Fahrrädern zum Bahnhof Ostritz um via Bahn und Bus zu unserem Zielort zu gelangen. Nach einer kurzen Einweisung zerstreuten sich alle, um die Anlage in kleineren Gruppen zu erkunden.
Aufregung kam auf, als Milosz – eines der polnischen Kinder – ganz aufgelöst ankam und den Betreuern mitteilte, dass er sein Handy verloren hatte. Was nun folgte, kann als das sprichwörtliche Suchen der Nadel im Heuhaufen bezeichnet werden.
Am Anfang stellte sich die Suche als recht aussichtslos dar, nahm aber dann eine unerwartete Wendung.

Sandra Kristin stellte einer Mitarbeiterin des Parks die Frage nach einem eventuell gefundenem Handy, als sich eine Besucherin zu uns umdrehte mit der Mitteilung, sie habe vor ca. 10 Minuten ein Handy gefunden und am Eingang abgegeben.
Milosz fiel ein Stein von Herzen und 5 Minuten später waren alle Zweifel ausgeräumt, da es sich bei dem Handy wirklich um sein Eigenes handelte.
So verging der Tag beim immer neuen Entdecken von Attraktionen.
Pünktlich zum Abendbrot trafen wir wieder im IBZ ein, um danach kreativ tätig zu werden. Nistkästen für die gefiederten Bewohner des Waldes sollten gebaut werden. Auf die bereitliegenden Bretter wurden die Maße übertragen und die Teile zugesägt. Mit dem Schleifpapier wurden die groben Kanten gebrochen. Leider kam dann doch die Dunkelheit über uns, so daß es an der Zeit war, an die Nachtruhe zu denken.

Der Mittwoch brachte einige von uns an die Grenzen ihrer physischen Möglichkeiten – das war natürlich als Spass gemeint. Nach dem Frühstück startete unsere Radtour in das Waldbad nach Bernstadt. Die Route hatte es dann aber doch in sich, da sie reich an Steigungen war – auf der Hinfahrt als auch auf der Rückfahrt. Immer wieder eingelegte Pausen sorgten dafür, dass auch die Jüngsten mithalten konnten. Der für den Notfall eingerichtete Shuttle-Service mußte nicht in Anspruch genommen werden. Trotzdem Vielen Dank an die Mitarbeiter des Bauhofes, die im Notfall zur Hilfe gewesen wären.
Im Bad selbst vertrieben wir uns die Zeit mit schwimmen, baden, Ball bzw. Kubb spielen, balancieren auf der Slackline u.v.a. Möglichkeiten.
Gegen 16:30 Uhr machten wir uns – mit Energie betankt – auf den Heimweg, der zum Teil aus einer anderen Route bestand, aber den Bergauf-, Bergab-Charakter beibehielt.
Nach dem Abendbrot ließen wir den Tag bei einem lustigen Animationsfilm ausklingen.

Der Donnerstag war als Zoo-Tag geplant. Unsere Wahl fiel auf den Zoo in Breslau. Aufgrund der Entfernung hatten wir am Morgen nicht ganz so viel Zeit zur Verfügung wie an den anderen Tagen, aber es schafften doch alle, um dann 07:45 im eigens für diesen Tag bestellten Bus, Platz zu nehmen. Die Fahrt bis nach Breslau nutzten einige um versäumten Schlaf aus der Nacht nachzuholen.
Gegen 10:30 trafen wir im Zoo ein. Nach der Einteilung in Gruppen konnte die Exkursion dann auch schon beginnen. Der Zoo in Breslau zeichnet sich durch eine große Artenvielfalt aus, so daß man auch Tiere zu sehen bekommt, die in kleineren Zoo´s bzw. Tierparks nicht gezeigt werden, wie z.B. Flußpferde, Nashörner, Krokodile oder Robben.

Hauptattraktion ist sicherlich das Afrykarium, welches 2014 eröffnet wurde. Gezeigt werden vier unterschiedliche Themenbereiche (Rotes Meer, Kongos Dschungel, Fauna am Mosambik-Kanal sowie die ostafrikanische Fauna mit ihren großen Seen).
Im Außenbereich wird die Küste Namibias nachgestellt.
Fasziniert bestaunten die Kinder die Tiere in ihren Behausungen bzw. ihrer artgerechten Umwelt.
Gegen 17:00 Uhr war es an der Zeit wieder an die Heimfahrt zu denken. Um 20:00 Uhr trafen wir wieder im IBZ Marienthal ein, wo ein Abendimbiss – vorbereitet und bereitgestellt vom freundlichen Küchenpersonal des IBZ – eingenommen werden konnte. Der Rest des Abend´s wurde für kleinere Spielereien genutzt, aber auch zur Fertigstellung der Nistkästen.

Als Länderverbindendes Element stand für Freitag die Schlauchbootfahrt auf der Neisse im Programm. Doch bevor es losgehen konnte, mußten erst einmal die Koffer gepackt, die Betten abgezogen und die Zimmer aufgeräumt werden, denn es war der letzte gemeinsame Tag. Am Vormittag machten wir uns auf den Weg durch das Neissetal zum Schlauchbootverleih Engemann, wo wir erst einmal ein schmackhaftes Mittagessen einnahmen. Aufgrund des niedrigen Wasserstandes war eigentlich Allen klar, daß wir die Strecke bis zum Klosterwehr nicht in 2 Stunden schaffen würden. Trotz alledem starteten wir mit viel Enthusiasmus. Leider mußten die Boote immer wieder verlassen werden um sie nicht durch aus dem Wasser herausragendes Geröll zu beschädigen.

Bei einem höheren Wasserstand ist so eine Bootsfahrt absolut empfehlenswert, da sich das Neissetal durch diesen Blickwinkel vom Boot vollkommen anders darstellt.
Bewundert hat uns aber auch, das große Wasservögel wie z. B. die Graureiher, sich so an die Bootstouristen gewöhnt haben, das sie uns mit stoischer Geruhsamkeit in kürzester Entfernung vorbeitreiben ließen.
Gegen 16:30 kamen wir am Ziel an, wo die Kinder bereits von ihren Eltern in Empfang genommen wurden. Nach einer kurzen Auswertungsrunde mit abschließender Verabschiedung ging eine schöne Ferienwoche zu Ende.

Bedanken möchten wir uns beim Personal des IBZ Marienthal, das für die Übernachtung, die Verpflegung und andere Annehmlichkeiten gesorgt hat. Einen Dank hat auch der freundliche Busfahrer verdient, der uns von Görlitz nach Zehntendorf beförderte und extra auf uns gewartet hat, da die Umstiegszeiten zu kurz bemessen sind. Nicht zu vergessen die gute Seele aus dem MEWA-Bad in Gestalt der Bademeisterin, die extra einen Termin getauscht hat, um es uns zu ermöglichen, das MEWA-Bad am Montag besuchen zu können. Unser Dank geht auch an alle anderen, die uns bei der Vorbereitung als auch bei der Durchführung unterstützt haben, hier aber nicht namentlich erwähnt sind.